NurDerHSV… und seine Blogs


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Ein Gedanke zu “NurDerHSV… und seine Blogs

  1. Hoobs, zunächst mal vielen Dank für den Podcast zu diesem Thema. Es freut mich, dass du dazu mal Stellung genommen hast. Das habe ich mir schon eine Weile gewünscht. Mich würde auch einfach interessieren, ob es bei anderen Vereinen genauso ist, dass es innerhalb der Fans solche Gruppierungen gibt, die sich auch in der Berichterstattung widerspiegeln.

    Ich denke, dass du die Problematik sehr gut zusammengefasst hast. Vielleicht hättest du die Kolumne von Daniel Jovanov bei Goal erwähnen können. Ich finde seine Aufsätze immer sehr stimmig. Kritisch, aber nicht polemisch und in der Wortwahl angemessen. Jovanovs Kolumnen sind so etwas wie „die Mitte“. Dazu würde ich auch deinen Podcast zählen 🙂

    Zum Thema selber möchte ich dir nur in ein oder zwei Punkten widersprechen. Ich denke nämlich, dass Gravesen sehr wohl eine Position oder Funktion einnimmt bzgl. des HSV. Er ist Teil der Demokratisierung der Berichterstattung, die durch die sozialen Medien immer weiter vorangetrieben wird. Ich sehe seinen Blog als einen sehr wichtigen Beitrag zur Entmystifizierung des Fußballs. Er tut das, was man als Journalist eigentlich machen sollte, nämlich kritisch hinterfragen, kontrollieren, Probleme aufzeigen und Hintergründe erklären bzw. aufdecken. Sehr wichtig finde ich seine Kritik an den „traditionellen“ Medien und deren „Einheitsbrei“, um mal seinen Begriff zu benutzen. Gerade jetzt, wo die Vereine die Medienarbeit immer mehr kontrollieren und der Presse die Pistole auf die Brust drücken, sind Blogs wie die Arena unglaublich wichtig. Er zeigt nicht nur auf, dass den „Fußballkonsumenten“ von der Presse oft Sand in die Augen gestreut wird, sondern macht auch noch deren eigentliche Arbeit, in dem er wirklich kritisch berichtet/kommentiert.
    Der einzige Kritikpunkt ist, dass Gravesen sich oftmals (wie du es ja auch sagtest) irgendwie in Rage schreibt und in der Tat derart ausfallend wird, dass man es manchmal nicht aushält. Das finde ich auch schade, da sein Einfluss auf die Öffentlichkeit und damit den Club größer sein könnte, wenn er ein wenig diplomatischer schreiben würde. Aber in der Sache bin ich eigentlich in fast allen Punkten immer bei ihm (außer vielleicht ab und zu bzgl. der Spielanalysen). Das Problem ist als eher das „Wie“ und weniger das „Was“.

    Die Frage, die du bzgl. der Arena stelltest, würde ich eher an Matz ab richten: was ist die Funktion dieses Blogs? Was will er erreichen?
    Meiner Meinung nach haben es Verlag und Autoren verpasst mit der Zeit zu gehen und sich irgendwann im Laufe der letzten 6 Jahre selber neu zu erfinden. Damals, im Jahre 2009, war ein Fußballblog etwas recht neues. Matz war fast ein Pionier. Plötzlich konnte man nah an seinem Verein sein, las Dinge, die man in den Tageszeitungen nicht lesen konnte und dazu bekam man noch „Nähkästchen“ aus dem Leben eines Fußballjournalisten. Das hab ich damals sehr begrüßt und den Blog immer sehr gerne gelesen.
    Dann kamen aber Twitter, Smatphones, Apps und was sonst noch um die Ecke; jeder fing nun an seinen eigenen Blog zu verfassen, jeder postete Bilder oder kurze Berichte vom Training. Mopo, Bild und nun der Verein selber berichten 24 Stunden am Tag im Ticker-Modus über den HSV. Was soll dann also ein Blog, der mir abends (nachdem ich schon drei Mal gelesen habe, welche Spielformen im Training geübt wurden, nachdem ich genau weiß welche neuen Gerüchte es gibt, nachdem ich die Pressekonferenz schon im live stream gesehen habe usw.) erzählt, dass „heute ordentlich Feuer drin war“ oder dass der oder jener Spieler beim HSV gehandelt wird? Diese Art von Fußballblog hat absolut keinen Mehrwert mehr. Von einem Blog oder einem Podcast über Fußball erwarte ich heute eine der folgenden Dinge: entweder tiefgründigere Berichte, die sich nicht mit „heute war Feuer drin“ beschäftigen, sondern (z.B. wie Gravesen) mit den Dingen die hinter dem Vorhang passieren; oder Kommentare (wie Jovanvos Kolumne), die ganz klar die Meinung des jeweiligen Autors wiedergeben und die ich dann teilen kann oder nicht; oder Blogs von Fans (wie deinen), die das ganze Geschehen aus Fansicht betrachten und mit denen ich mich identifizieren kann. Meiner Meinung nach bietet Matz Ab ein wenig von allem (das ist ja irgendwie ihr Anspruch), aber auf Grund dessen eben auch gar nichts richtig. Dieses Format hat vor 6 Jahren, als es noch lange nicht so viele Informationsquellen gab, sehr gut funktioniert. Aber heute geht das nicht mehr.

    Deshalb, so schade es ist, würde ich auch keine all zu großen Tränen vergießen, wenn es den Blog in näherer Zukunft nicht mehr gibt. Zum Herrn Matz selber ist ja alles gesagt. Es war Zeit, dass er sich verabschiedet. Er stand (nicht nur in Bezug auf den Blog) irgendwie für das Rückwärtsgewandte, für das Gestrige beim HSV. Die Gäste waren/sind meistens alt, er hat (zu) viel von früher erzählt, die 83er bejubelt und seine Talkshows waren in der Tat nicht auszuhalten. Des öfteren habe ich nach 3 Minuten abgeschaltet.
    Naja, gönnen wir ihm das wohlverdiente Rentendasein.

    Vielleicht schaffen es die anderen beiden, den Blog irgendwie neu zu erfinden und zeitgemäßer zu machen. Das würde mich freuen. So lange er aber Teil eines kommerziellen Verlags ist, ist die Wahrscheinlichkeit gering. Um so mehr brauchen wir unabhängige Blogs und Podcasts wie deinen oder wie die Arena.

    Also, mach weiter! 🙂

    Gruß,
    P.

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